Als alter Mann erzählt Bartolomeo vom Traum des Kolumbus, der auch der seine wurde, von der fieberhaften Neugier der Seefahrer, die in der Neuen Welt in Grausamkeit umschlug – oder vielleicht von Beginn an den Keim dazu in sich trug.Ein phantastischer, atmosphärisch dichter und leicht melancholischer Abenteurerroman. Das Tor zur Welt öffnet sich für den sechzehnjährigen Bartolomeo durch seine winzig kleine Handschrift. Unermüdlich trägt er für einen Lissaboner Kartographen die Orte auf jenen Karten ein, durch die sich die Welt zu einem neuen Bild formt. So fasst er Fuß in der weltläufigen Stadt der Mathematiker, Geographen, Schiffsbauer und Seefahrer, einem Schmelztiegel von Portugiesen und Genuesern, Juden und Arabern. Vom großen Wissensdrang der Zeit wird schließlich auch Cristóbal ergriffen; forschend und rechnend bereitet er mit dem Bruder acht Jahre lang die große Reise nach Indien vor. Der Erfolg ist bekannt. Doch wann verlor die Neugier ihre Unschuld? Warum, so fragt sich Bartolomeo im Rückblick, warum entdecken, wenn man am Ende diejenigen tötet, die man entdeckt?Orsennas Roman ist getrieben von diesen Fragen und ist doch eine Hymne auf das Meer, die Seefahrt und die Sehnsucht aller Entdecker. Bartolomeo Columbus, der Bruder des grossen Entdeckers, ist der grandiose Erzähler dieses Romans: In prächtigen Farben schildert er das Leben in Lissabon am Ende des 15. Jahrhunderts. Es ist die Stadt der Seefahrer und Kartographen, der Gelehrten und Hafenhuren, in der täglich wundersame Tiere, Menschen und Dinge aus unbekannten Gegenden eintreffen. Hier ergreift auch die beiden ungleichen Brüder das Fieber der Entdecker. Über Jahre hinweg planen und erforschen sie besessen die neue Route nach Indien, bevor sie in See stechen können ... Ein phantastischer, atmosphärisch dichter Roman, eine Hymne auf die Seefahrt, die Bruderliebe und die Neugier der Entdecker. Erik Orsenna, geb. 1947, ist Schriftsteller, Mitglied der Académie Française, leidenschaftlicher Seefahrer, Präsident des Centre International de la Mer und Mitglied des französischen Staatsrates. Für L'Exposition coloniale wurde er mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet, für Weisse Plantagen erhielt er den Lettre Ulysses Award