Die Gestalt des Krieges war in der Geschichte grundlegenden Wandlungen unterworfen. Die Zeitintervalle zwischen solchen Veränderungen werden allerdings immer kürzer -- ganz gleich, ob neue politische oder rechtliche Ordnungen Ursache dafür sind oder der technische Fortschritt. Insbesondere seit Beginn der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts lassen sich sehr prinzipielle Veränderungen der Kriegsgestalt auf gleich mehreren Ebenen beobachten. Andreas Herberg-Rothe, der sich unter anderem mit seiner Studie über Das Rätsel Clausewitz. Politische Theorie des Krieges im Widerstreit als intimer Kenner der Kriegsthematik ausgewiesen hat, zeichnet in dieser überaus empfehlenswerten Einführung eine klare begriffliche und historische Entwicklungsgeschichte des Krieges. Dabei macht der Autor Brüche, aber auch die Kontinuitäten im Verlauf der Geschichte in einem wohl geordneten Гњberblick einsichtig. Ein Fazit des Bändchens ist unter anderem, dass die "Neuen Kriege", von denen derzeit so häufig die Rede ist, für sich genommen und in historischer Betrachtung nicht ganz so neu sind, wie es zunächst den Anschein hat. So kann man etwa in der Tendenz zur Entstaatlichung des Krieges in mancherlei Hinsicht die strukturelle Wiederkehr des "Uralten" erkennen, das vor der Epoche der europäischen Staatenkriege die Regel gewesen ist. Auch andere Veränderungen, die in den zurückliegenden Jahrzehnten zu beobachten waren, sind zwar in ihrer Qualität, nicht aber strukturell von dem verschieden, was für die Wandlungsprozesse des Krieges über die Jahrtausende kennzeichnend war. Die besondere Brisanz der Veränderungsprozesse heute -- dies macht das Buch gerade aufgrund seines relativ geringen Umfangs besonders deutlich -- liegt in der Gleichzeitigkeit der verschiedenen Wandlungs- und Entwicklungsprozesse. Diese betreffen den Krieg in all seinen Erscheinungsformen und sowohl in technischer, strategischer, taktischer, politischer als auch in rechtlicher Hinsicht. Wer wissen will, wie diese Veränderungen ineinander greifen, findet in diesem Band eine kundige Orientierung. --Andreas Vierecke Wie funktioniert Krieg? Der Krieg hat sich nicht erst seit dem 11. September und dem jetzigen Irak-Krieg grundlegend gewandelt. In seiner Einfhrung zeigt Andreas Herberg-Rothe, wie sich der Krieg im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verndert hat und welche neuen Kriege uns im 21. Jahrhundert drohen. In der historischen Entwicklung hat es immer wieder Zsuren in der Kriegsfhrung gegeben. Auch heute geht man von einem grundlegenden Bruch in der Kriegsgeschichte aus, dem zwischen alten und neuen Kriegen nach den Epochenjahren um 1989 und dem Ende des Wettrstens zwischen Ost und West. Die neuen Kriege sind gekennzeichnet durch den Verfall von Staatlichkeit, das Auftreten massenhafter Gewalt und eine technologische Revolution. Die momentane Entwicklung in Kriegfhrung und gewaltsamen Konflikten ist durch wesentliche Gegenstze Auf der einen Seite gibt es Kriege mit Messern und Macheten , auf der anderen futuristisch anmutende Hightech-Kriege. Zwischen diesen Kriegsformen existieren zahlreiche bergnge und Mischformen, in denen etwa ethnisch berformte oder vormoderne Konflikte mit modernsten Waffensystemen ausgetragen werden. Andreas Herberg-Rothe macht die Entwicklung dieser neuen Kriege innerhalb eines geschichtlichen Rahmens verstndlich. Gerade in der jetzigen Zeit leistet das Buch einen wichtigen und kritischen Beitrag zur Debatte ber Gegenwart und Zukunft des Krieges. Der Autor Andreas Herberg-Rothe, Dr. phil. hbil., ist Privatdozent am Institut fr Sozialwissenschaften der Humboldt Universitt zu Berlin. Der Krieg hat sich mit dem Golfkrieg 1991, den afrikanischen Bürgerkriegen und den Terroranschlägen der jüngsten Zeit grundlegend gewandelt. Andreas Herberg-Rothe schildert, wie sich der Krieg aber bereits im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert hat und lässt ein umfassendes Bild des Krieges entstehen: von den Waffenträgern bis zu den Kriegsursachen, vom Aspekt des Tötens im Krieg bis zur Unterscheidung zwischen Staaten- und Bürgerkrieg. Immer wieder nimmt er dabei Bezug auf die neuen Kriege, die uns im 21. Jahrhundert drohen.