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Gedichte (German Edition)

Emil von Schoenaich-Carolath

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مشخصات کتاب

سال انتشار
۲۰۲۰
فرمت
PDF
زبان
آلمانی
تعداد صفحات
۹ صفحه
حجم فایل
۲٫۸ مگابایت

دربارهٔ کتاب

Du reichtest stumm mir beide Hände, Du sahst mich lieb und traurig an, Dann wich die Sonne vom Gelände, Du ließest mich und gingst hindann. Noch einmal sah am Waldessäume Dein braunes Haar im Wind ich wehn, Noch einmal klang, wie tief im Traume, Dein letztes Wort: auf Wiedersehn. Fern rief der Kuckuck rastlos, lange, Ein Windesraunen stieg empor Und durch die Haide schleifte bange Der Regen seinen Trauerflor. Ich wußte, daß du von mir solltest, Man hat gequält dich fort und fort; Hab Dank, daß du mich trösten wolltest Mit einem letzten Liebeswort. Du bist allein. Es ward von tiefem Sinnen Dein Auge dunkel, das geliebte, frohe. Der Nordwind braust um deines Schlosses Zinnen, Tief im Kamine blitzt die Scheiterlohe. Dich bannt ein Traum. Du denkst vergangner Tage, Und deine Hand, die schmale, goldbereiste, Umspannt ein Buch: es ringt nach einer Frage Rastlos dein Mund, der rothe, fein geschweifte. Er wölbt sich herb, und flüstert immer wieder: Wem galt dies Buch, draus tiefe Sehnsucht flutet, Wem sang mein Dichter seine letzten Lieder, Wer ist die Frau, der einst sein Herz geblutet? Schoe«aich-Larolath, Gedichte. Verleuchtend wich zu ferner Felsenzacke Der Feuerball, heiß flammend in die Weite; Da zog der Hirsch, als ob ihn Unrast packe. Der Sonne nach, in zürnendem Geleite. Die rothbestrahlten Haidegräser flogen, Die Sonne sank, ihr Glutenbett zu graben. Ich sah den Hirsch durch der Savanne Wogen Dem Tod entgegen, wild gen Westen traben. II. Des Jagens müb will ich die Nacht verträumen, Das Feuer loht, dank einem trocknen Stamme, Du lichtes Bild aus kerzenhellen Räumen, Was willst du hier, bei einer Lagerflamme? Es rast der Tanz. Rings Blumen, Seide, Lichter, Zu groß die Lust für dieses Festsaals Enge, Gelöste Locken, glühende Gesichter -Auch du, mein Lieb, ziehst leuchtend durch die Menge. Du schwebst dahin, dein Aug, das glanzesfrohe, Blitzt hell vor Glück, die Paare schweben, fliehen, Dein Haupt, umzuckt von Diamantenlohe Wiegt sich im Takt der Walzermelodien. Kennst du mich noch? O nein, das wär vermessen! Die Lust ist groß, die Pauke dröhnt und hämmert, Sei Weib, doch wahr: Du hast mich längst vergessen -Die Geige kreischt, der Morgen graut und dämmert, Das Fest ist aus. Der Marschall hilft dir tragen; Den Schwanenflaum und deiner Blumen Fülle, Dein Herr Gemahl küßt zärtlich dir im Wagen Das schmale Händchen in der weißen Hülle. Es träumt sich gut bei halb verlöschten Kohlen, Der Schnee rinnt eisig über meine Backe, Zur Gutenacht leckt mir die Hand verstohlen Mit rauher Zunge schmeichelnd meine Bracke. III. Der Mond geht unter hinter fernen Höhen, Rothdunstig taucht er tief ins große Wasier, Die Haide trieft, getränkt von Regenböen, Im Westen winkt ein Stern, ein strahlenblasfer. Wo weilst du, Stern, der meiner Jugend lachte. Der einst erschien, mir licht voranzuschweben, Du Liebste, die mich fromm und glücklich machte, Du Silberschnur, gelöst aus meinem Leben? Du zogst dahin, einsam, am Horizonte, Mit Augen, die den Lebenstrug ermessen, Zu segnen mich, der dich nicht lassen konnte; O reiner Stern, nie werd ich dein vergessen. Lebwohl. Du wirst, als guter Engel schweben Durch Erdenleid, durch großer Armut Mitten. Das Schicksal hat mein undurchpflügtes Leben Gar früh getrennt von deinen heiligen Schritten. Doch eine blieb, in der ich Hoheit wähne, Die Strahlen beut, und köstlich ist vor allen, Der Daseinstrost, zu trocknen eine Thräne, Die heiß und schwer aus fremdem Aug gefallen. Das Glück, zu gehn durch finstre Großstadtgassen, Und einem Kind, das bettelnd steht im Regen, In beide Hände, die durchfrornen, blaffen, Der Liebe Goldschatz stumm und reich zu legen. V. Daheim ist's Festtag. Fern am Waldessäume Hab euren Platz zur Wegrast ich erkoren, Zu Häupten mir singt süß, wie tief im Traume, Ein Frühlingsvogel, im Geäst verloren. Was ist es, daß die Sinne mir vergehen, Daß Heimatbilder luftig mich umranken, Die Vaterstadt, darüber Linden wehen, Das Kirchlein mit dem Glockenturm, dem schlanken? Die Kirche steht, vom Morgenglanz umflossen, Spätastern blühn am schmalen Friedhofssteige Tiefbunt und starr. Von Herbstglanz übergossen Rinnt Raschelgold vom müden Ulmenzweige. Und plötzlich rauscht die Orgel, sieghaft, mächtig, In Jubelsturm, in Auferstehungswogen, Biel Frohgestalten, zünftig, ehrenprächtig, Erfüllen bunt des Kreuzgangs Pfortenbogen. Im Sonnenglanz gehn tief und hell die Glocken, Ein Mädchen tritt ins festliche Getriebe, Den jungen Mund voll Jubel und Frohlocken, Den frommen Blick verträumt, voll heißer Liebe -Verrausche, Saat, die fremden Feldern prangte. Es kam ein Sturm, es ward ein Schwert geschwungen; Längst ist das Glück, danach mein Herz verlangte, Beweint, gesegnet, und zu Grab gesungen. Dem Manne Heil, der irdisch Gut verloren. Nur Blitzstrahl löst ein Herz, das tief gekettet Dem Eigenglück. Es steigt aus Siegesthoren Dereinst dies Herz, ein Brand, zu Gott gerettet. VL Die schwarzen Berge treiben ihre Vesten Weit ins Nebraskaland, das wilde, leere, Der Oregon schäumt frühlingsgrün gen Westen, Der Colorado zieht zum großen Meere. In jenem Bergland, jenem sturmerfüllten, Erklommen wir, entschlossne Höhenmesser, Ein schroffes Grat; tief in den Schluchten brüllten Befreiter Gletscher fahle Sturzgewässer. Hand fest in Hand, so zwang den Weg ein jeder, Gewagten Sprungs aufklimmend am Gelände, Im nervigen Arm den Strang von Büffelleder, Den Nagelschuh einwetzend dem Gewände. Dort bot ein Fels die graue Brust den Weiten, Ein Obelisk, den Steinschutt überschrägend. Wir fällten Holz, um Hütten zu bereiten, Und hielten Raft, ein Werk, ein ernstes, wägend. Der Blitzschlag wird den Felsgrat übersausen, Schnee wird begürten jener Inschrift Zeichen, Es werden Lenze blühen und verbrausen, Die Liebe bleibt, es mögen Berge weichen. Den Erdball werden ringend überschreiten Caesaren, Büßer, Glaubensprozessionen; Der Menschheit Los bleibt ew'ges Flügelspreiten, Bleibt Kampf um Licht mit feindlichen Dämonen. Geschlechter, Völker, werden auferstehen Ihr zeitlich Gut zu hüten, zu begraben, Vieltausend Jahre werden kommen, gehen, Die Liebe mag und wird kein Ende haben.

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